Mexiko

Entdecken Sie Mexiko!

 

Neben faszinierenden, weltberühmten Strandorten wie Acapulco und Cancún gibt es in einem Land, das so riesengroß ist, noch unzählige kleine und verschwiegene Badebuchten - die Alternativen sind zahlreich; immerhin hat Mexiko an Karibik und Pazifik mehr als 12000 km Küstenlinie zu bieten. Während die pazifische Westküste in erster Linie für einen reinen Badeurlaub geeignet ist, da es dort keine bedeutsamen prähistorischen Stätten gibt, können Sie auf der Halbinsel Yucatán im Süden klassische Mayakultur und karibisches Strandleben ideal miteinander verbinden.

Noch weitgehend unentdeckt ist die 1300 km lange und im Durchschnitt nur 90 km breite Halbinsel Baja California, eine Verlängerung Kaliforniens, die im äußersten Norden vom mexikanischen Festland abzweigt und in den Pazifik hineinragt. Glasklares Wasser, versteckte Sandbuchten und raue Felsklippen - die Landschaft ist von grandioser Erhabenheit. Außerhalb der wenigen Hotelanlagen tun sich wüstenartige Landstriche auf. In den zerklüfteten Schluchten der Sierras und auf den unbefestigten Schotterstraßen im Landesinneren fühlt man sich jenseits aller Zivilisation.

Pyramiden und Tempel überragen eine Lichtung im dichten Regenwald von Chiapas, die Atmosphäre ist von magischer Schönheit und das Computerzeitalter des 21. Jhs. scheinbar weit entfernt. Die Vorfahren der heutigen Maya huldigten einer unsichtbaren Welt, die dennoch präsent war. Ihre Priester machten sie mittels Riten und geistiger Innenschau zur zweiten Wirklichkeit.

Es ist kein Wunder, dass die Vergangenheit des Landes so viele Besucher anzieht. Rund 25000 archäologische Stätten, die 1000 bis 2000 Jahre alt sind, besitzt Mexiko. Etwa 200 davon hat man dem Dschungel entrissen, restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im yucatekischen Cobá spazieren Sie auf freigelegten Urwaldstraßen zu einer malerisch um Seen gruppierten Zeremonialstätte der Maya, in Tulum haben Sie von den auf einer Klippe gelegenen Tempeln einen atemraubenden Blick aufs Karibische Meer. Hoch über den Wolken liegt Monte Albán; um einen Platz für die Götter zu schaffen, trugen die Erbauer mühevoll die Kuppe eines Berges ab. In Chichén Itzá offenbart sich zur Tagundnachtgleiche ein ungewöhnliches Schauspiel: Durch den Schattenwurf der Sonne entsteht der Eindruck einer sich langsam die Pyramide herabwindenden Schlange.

Wer zum ersten Mal nach Mexiko reist, wird seinen Aufenthalt sorgfältig planen. So ist es nicht ratsam, während weniger Wochen das ganze Land bereisen zu wollen, weil man all die unterschiedlichen Landschaften, Bevölkerungsgruppen und Kulturkreise kennenlernen möchte. Mexiko ist eben ein Land von ungeheurer Vielfalt und Ausdehnung - knapp sechsmal so groß wie Deutschland mit einer Fläche von fast 2 Mio. km2 und einer Nord-Süd-Ausdehnung von mehr als 3000 km: So ergibt sich für jeden die Gelegenheit, auf einer Reise sein eigenes Mexiko zu entdecken.

Etwa in Mexiko-Stadt, der chaotischen, erdbebengefährdeten und übervölkerten 25-Mio.-Metropole voller Smog und hupender Autos, der Stadt, von der die Mexikaner sagen, sie sei die mexikanischste aller Städte: Manche entdecken eine kosmopolitisch-kulturelle Großstadt der Paläste, Museen und Theater, andere schätzen in erster Linie die zahlreichen Feinschmeckerrestaurants und die luxuriösen, zu Hotels umgewandelten Haciendas, auf denen man sich in vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt. Andere wiederum lieben das bunte, das folkloristische Mexiko der Straßenhändler, Garküchenbetreiber, der Gaukler im Alamedapark, der Mariachi-Kapellen auf der Plaza Garibaldi.

Mexiko-Stadt bietet einen Querschnitt durch nahezu alle Bevölkerungsgruppen. Kleine Jungen springen auf die verkehrsüberlasteten Avenidas, um an den Ampeln ihre Zauberkunststücke und akrobatischen Nummern vorzuführen, Fenster zu putzen oder Lose zu verkaufen. Die Pesos, die sie von den Autofahrern erhalten, sind ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung ihrer Familie. Vor der Kathedrale am Zócalo stellen sich jeden Morgen arbeitslose Handwerker auf und hoffen auf einen Job - für einen Tag oder nur ein paar Stunden. Auf Knien rutschen gläubige Katholiken sonntags zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe, der meistverehrten Heiligen des Landes. Attraktive Mexikanerinnen der Oberschicht stöckeln auf hohen Pumps durch das Einkaufsviertel Zona Rosa und betrachten die in den exklusiven Boutiquen ausgestellte Designermode. Schuhputzer bieten ihre Dienstleistung Businessleuten und Restaurantbesuchern, Einheimischen und Touristen an und unterhalten mit den verdienten Pesos ihre Familien.

Wer die Metropole verlässt, um die landschaftliche Vielfalt Mexikos zu entdecken, nutzt am besten das gut funktionierende öffentliche Verkehrssystem. Überlandbusse verbinden auch weit voneinander entfernt liegende Städte im Direktverkehr miteinander. Für die Verpflegung unterwegs ist bestens gesorgt: Mexikanische Hausfrauen verkaufen an den Bushaltestellen mit Hühnerfleisch gefüllte Tacos, "muy picante, señor!", Kokosnusskuchen, natürlich selbst gebacken, und Orangen. Nirgendwo erhalten Besucher einen besseren Einblick in die mexikanische Gesellschaft als auf diesen Reisen quer durch das Land.

Im Norden beherrschen Kaktussteppen und Dornbuschsträucher die Vegetation, den Süden prägen tropische Regenwälder und undurchdringlicher Dschungel. Die Sierra Madre Occidental und die Sierra Madre Oriental durchlaufen das Land in Nord-Süd-Richtung. Hier finden sich herrliche Eichen- und Kiefernwälder zwischen wild zerklüfteten Cañons. An der Kupferschlucht (Barranca del Cobre) können Sie sogar in einem Hotel wenige Meter vom Abgrund übernachten. Dies ist noch immer die Heimat von Pumas, Bären und Wölfen. Nur wenige Menschen leben hier. Die Tarahumaraindianer sind wohl die einzigen Siedler, die in dieser rauen Gegend existieren können. Auf schneebedeckte Vulkane treffen Sie im zentralen Hochland. Ausgerechnet im Bereich der Sierra Volcánica Transversal, des vulkanischen Gebirges, befindet sich das Hauptsiedlungsgebiet der Mexikaner. Dass die Erde jederzeit beben kann - hier trägt man es mit Gelassenheit.

Nirgends im ganzen Land finden Besucher eine solche Anhäufung von kolonialen Städten wie im zentralen Hochland. In einem Radius von nur wenigen Hundert Kilometern um Mexiko-Stadt fand die Prachtentfaltung kolonialer Städtearchitektur ihren Höhepunkt. Rund um eine zentrale plaza gruppieren sich die Kirche und die wichtigsten öffentlichen Gebäude, wie z. B. Verwaltung und Krankenhaus. Kopfsteingepflasterte Straßen verlaufen im Schachbrettmuster. Sie werden gesäumt von ein- bis zweistöckigen Häusern mit Flachdach, wuchtiger Holztür und schmiedeeisernen Gittern vor den Fenstern. Erst im Inneren der so unscheinbar aussehenden Gebäude wird der Wohlstand des Besitzers sichtbar. Eine Oase der Ruhe eröffnet sich im Patio. Im Zentrum dieses arkadengeschmückten Innenhofs plätschert ein Springbrunnen, der verziert ist mit kunstvollen Steinmetzarbeiten. Blumen verströmen ihren Duft, Bäume spenden Schatten. Da die Mexikaner einige der größten und schönsten dieser kolonialen Häuser in Hotels umgewandelt haben, bietet sich auch Reisenden die Chance, ihre bemerkenswerte Atmosphäre zu entdecken.

Prunkvoll statteten die kolonialen Eroberer auch die Kirchen aus. Bei einer in Mexiko sehr verbreiteten Spielart des Barocks, dem Churriguerastil, verwendeten die Künstler eine überreiche Ornamentik und verzierten Engel, Heiligenfiguren, Blätter und Blüten, ja sogar Figuren aus der indianischen Mythologie über und über mit Blattgold. Die Kehrseite der Kolonialismusmedaille demonstrieren die in ehemaligen Kolonialpalästen untergebrachten Museen, die den langen und blutigen Weg zur Freiheit im Kampf gegen die Eroberer dokumentieren.

Das heutige Mexiko ist eine sehr aufregende Verquickung verschiedener Kulturen: der präkolumbischen, der indianischen, der spanischen und der der modernen Mestizengesellschaft. Die Mestizen, Nachfahren der weißen Eroberer und der indianischen Ureinwohner, bilden heute die größte Bevölkerungsgruppe.

Mexikos mächtiger Nachbar, die Vereinigten Staaten von Amerika, prägt das Bild im Norden des Landes, insbesondere in den Grenzstädten. Vielerorts ist hier der American Way of Life eingezogen. Die Straßen sind breiter, die Geschäftsnamen amerikanisiert, überall werden Hamburger und french fries verkauft, und die jungen Männer nennen sich nicht mehr Carlos, sondern Charlie. Ohnehin arbeiten viele in den in der Grenzregion etablierten US-amerikanischen und multinationalen Firmen. Tijuana, gegenüber von San Diego an der Grenze zu den USA gelegen, ist die Stadt mit den höchsten Besucherzahlen und hat sich vollständig auf den Grenztourismus eingestellt. Als Vergnügungsmetropole bietet sie hauptsächlich Spielhöllen, Kneipen, Restaurants mit tex-mex-food und Souvenirläden. Trotz der Ausrichtung am US-amerikanischen Lebensstil haben Mexikaner häufig ein gespanntes Verhältnis zu den gringos, wie sie die Nachbarn aus dem Norden titulieren. Meist ist es besser, in Spanisch zu radebrechen, als eine Bitte in flüssigem Englisch vorzutragen.

Die schönsten Studien der mexikanischen Volksseele schrieb Octavio Paz, der mexikanische Literaturnobelpreisträger. In seiner Essaysammlung "Das Labyrinth der Einsamkeit" stellt er die Unterschiede zwischen Mexikanern und US-Bürgern dar.

Entdecken Sie Mexiko!

 

Neben faszinierenden, weltberühmten Strandorten wie Acapulco und Cancún gibt es in einem Land, das so riesengroß ist, noch unzählige kleine und verschwiegene Badebuchten - die Alternativen sind zahlreich; immerhin hat Mexiko an Karibik und Pazifik mehr als 12000 km Küstenlinie zu bieten. Während die pazifische Westküste in erster Linie für einen reinen Badeurlaub geeignet ist, da es dort keine bedeutsamen prähistorischen Stätten gibt, können Sie auf der Halbinsel Yucatán im Süden klassische Mayakultur und karibisches Strandleben ideal miteinander verbinden.

Noch weitgehend unentdeckt ist die 1300 km lange und im Durchschnitt nur 90 km breite Halbinsel Baja California, eine Verlängerung Kaliforniens, die im äußersten Norden vom mexikanischen Festland abzweigt und in den Pazifik hineinragt. Glasklares Wasser, versteckte Sandbuchten und raue Felsklippen - die Landschaft ist von grandioser Erhabenheit. Außerhalb der wenigen Hotelanlagen tun sich wüstenartige Landstriche auf. In den zerklüfteten Schluchten der Sierras und auf den unbefestigten Schotterstraßen im Landesinneren fühlt man sich jenseits aller Zivilisation.

Pyramiden und Tempel überragen eine Lichtung im dichten Regenwald von Chiapas, die Atmosphäre ist von magischer Schönheit und das Computerzeitalter des 21. Jhs. scheinbar weit entfernt. Die Vorfahren der heutigen Maya huldigten einer unsichtbaren Welt, die dennoch präsent war. Ihre Priester machten sie mittels Riten und geistiger Innenschau zur zweiten Wirklichkeit.

Es ist kein Wunder, dass die Vergangenheit des Landes so viele Besucher anzieht. Rund 25000 archäologische Stätten, die 1000 bis 2000 Jahre alt sind, besitzt Mexiko. Etwa 200 davon hat man dem Dschungel entrissen, restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im yucatekischen Cobá spazieren Sie auf freigelegten Urwaldstraßen zu einer malerisch um Seen gruppierten Zeremonialstätte der Maya, in Tulum haben Sie von den auf einer Klippe gelegenen Tempeln einen atemraubenden Blick aufs Karibische Meer. Hoch über den Wolken liegt Monte Albán; um einen Platz für die Götter zu schaffen, trugen die Erbauer mühevoll die Kuppe eines Berges ab. In Chichén Itzá offenbart sich zur Tagundnachtgleiche ein ungewöhnliches Schauspiel: Durch den Schattenwurf der Sonne entsteht der Eindruck einer sich langsam die Pyramide herabwindenden Schlange.

Wer zum ersten Mal nach Mexiko reist, wird seinen Aufenthalt sorgfältig planen. So ist es nicht ratsam, während weniger Wochen das ganze Land bereisen zu wollen, weil man all die unterschiedlichen Landschaften, Bevölkerungsgruppen und Kulturkreise kennenlernen möchte. Mexiko ist eben ein Land von ungeheurer Vielfalt und Ausdehnung - knapp sechsmal so groß wie Deutschland mit einer Fläche von fast 2 Mio. km2 und einer Nord-Süd-Ausdehnung von mehr als 3000 km: So ergibt sich für jeden die Gelegenheit, auf einer Reise sein eigenes Mexiko zu entdecken.

Etwa in Mexiko-Stadt, der chaotischen, erdbebengefährdeten und übervölkerten 25-Mio.-Metropole voller Smog und hupender Autos, der Stadt, von der die Mexikaner sagen, sie sei die mexikanischste aller Städte: Manche entdecken eine kosmopolitisch-kulturelle Großstadt der Paläste, Museen und Theater, andere schätzen in erster Linie die zahlreichen Feinschmeckerrestaurants und die luxuriösen, zu Hotels umgewandelten Haciendas, auf denen man sich in vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt. Andere wiederum lieben das bunte, das folkloristische Mexiko der Straßenhändler, Garküchenbetreiber, der Gaukler im Alamedapark, der Mariachi-Kapellen auf der Plaza Garibaldi.

Mexiko-Stadt bietet einen Querschnitt durch nahezu alle Bevölkerungsgruppen. Kleine Jungen springen auf die verkehrsüberlasteten Avenidas, um an den Ampeln ihre Zauberkunststücke und akrobatischen Nummern vorzuführen, Fenster zu putzen oder Lose zu verkaufen. Die Pesos, die sie von den Autofahrern erhalten, sind ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung ihrer Familie. Vor der Kathedrale am Zócalo stellen sich jeden Morgen arbeitslose Handwerker auf und hoffen auf einen Job - für einen Tag oder nur ein paar Stunden. Auf Knien rutschen gläubige Katholiken sonntags zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe, der meistverehrten Heiligen des Landes. Attraktive Mexikanerinnen der Oberschicht stöckeln auf hohen Pumps durch das Einkaufsviertel Zona Rosa und betrachten die in den exklusiven Boutiquen ausgestellte Designermode. Schuhputzer bieten ihre Dienstleistung Businessleuten und Restaurantbesuchern, Einheimischen und Touristen an und unterhalten mit den verdienten Pesos ihre Familien.

Wer die Metropole verlässt, um die landschaftliche Vielfalt Mexikos zu entdecken, nutzt am besten das gut funktionierende öffentliche Verkehrssystem. Überlandbusse verbinden auch weit voneinander entfernt liegende Städte im Direktverkehr miteinander. Für die Verpflegung unterwegs ist bestens gesorgt: Mexikanische Hausfrauen verkaufen an den Bushaltestellen mit Hühnerfleisch gefüllte Tacos, "muy picante, señor!", Kokosnusskuchen, natürlich selbst gebacken, und Orangen. Nirgendwo erhalten Besucher einen besseren Einblick in die mexikanische Gesellschaft als auf diesen Reisen quer durch das Land.

Im Norden beherrschen Kaktussteppen und Dornbuschsträucher die Vegetation, den Süden prägen tropische Regenwälder und undurchdringlicher Dschungel. Die Sierra Madre Occidental und die Sierra Madre Oriental durchlaufen das Land in Nord-Süd-Richtung. Hier finden sich herrliche Eichen- und Kiefernwälder zwischen wild zerklüfteten Cañons. An der Kupferschlucht (Barranca del Cobre) können Sie sogar in einem Hotel wenige Meter vom Abgrund übernachten. Dies ist noch immer die Heimat von Pumas, Bären und Wölfen. Nur wenige Menschen leben hier. Die Tarahumaraindianer sind wohl die einzigen Siedler, die in dieser rauen Gegend existieren können. Auf schneebedeckte Vulkane treffen Sie im zentralen Hochland. Ausgerechnet im Bereich der Sierra Volcánica Transversal, des vulkanischen Gebirges, befindet sich das Hauptsiedlungsgebiet der Mexikaner. Dass die Erde jederzeit beben kann - hier trägt man es mit Gelassenheit.

Nirgends im ganzen Land finden Besucher eine solche Anhäufung von kolonialen Städten wie im zentralen Hochland. In einem Radius von nur wenigen Hundert Kilometern um Mexiko-Stadt fand die Prachtentfaltung kolonialer Städtearchitektur ihren Höhepunkt. Rund um eine zentrale plaza gruppieren sich die Kirche und die wichtigsten öffentlichen Gebäude, wie z. B. Verwaltung und Krankenhaus. Kopfsteingepflasterte Straßen verlaufen im Schachbrettmuster. Sie werden gesäumt von ein- bis zweistöckigen Häusern mit Flachdach, wuchtiger Holztür und schmiedeeisernen Gittern vor den Fenstern. Erst im Inneren der so unscheinbar aussehenden Gebäude wird der Wohlstand des Besitzers sichtbar. Eine Oase der Ruhe eröffnet sich im Patio. Im Zentrum dieses arkadengeschmückten Innenhofs plätschert ein Springbrunnen, der verziert ist mit kunstvollen Steinmetzarbeiten. Blumen verströmen ihren Duft, Bäume spenden Schatten. Da die Mexikaner einige der größten und schönsten dieser kolonialen Häuser in Hotels umgewandelt haben, bietet sich auch Reisenden die Chance, ihre bemerkenswerte Atmosphäre zu entdecken.

Prunkvoll statteten die kolonialen Eroberer auch die Kirchen aus. Bei einer in Mexiko sehr verbreiteten Spielart des Barocks, dem Churriguerastil, verwendeten die Künstler eine überreiche Ornamentik und verzierten Engel, Heiligenfiguren, Blätter und Blüten, ja sogar Figuren aus der indianischen Mythologie über und über mit Blattgold. Die Kehrseite der Kolonialismusmedaille demonstrieren die in ehemaligen Kolonialpalästen untergebrachten Museen, die den langen und blutigen Weg zur Freiheit im Kampf gegen die Eroberer dokumentieren.

Das heutige Mexiko ist eine sehr aufregende Verquickung verschiedener Kulturen: der präkolumbischen, der indianischen, der spanischen und der der modernen Mestizengesellschaft. Die Mestizen, Nachfahren der weißen Eroberer und der indianischen Ureinwohner, bilden heute die größte Bevölkerungsgruppe.

Mexikos mächtiger Nachbar, die Vereinigten Staaten von Amerika, prägt das Bild im Norden des Landes, insbesondere in den Grenzstädten. Vielerorts ist hier der American Way of Life eingezogen. Die Straßen sind breiter, die Geschäftsnamen amerikanisiert, überall werden Hamburger und french fries verkauft, und die jungen Männer nennen sich nicht mehr Carlos, sondern Charlie. Ohnehin arbeiten viele in den in der Grenzregion etablierten US-amerikanischen und multinationalen Firmen. Tijuana, gegenüber von San Diego an der Grenze zu den USA gelegen, ist die Stadt mit den höchsten Besucherzahlen und hat sich vollständig auf den Grenztourismus eingestellt. Als Vergnügungsmetropole bietet sie hauptsächlich Spielhöllen, Kneipen, Restaurants mit tex-mex-food und Souvenirläden. Trotz der Ausrichtung am US-amerikanischen Lebensstil haben Mexikaner häufig ein gespanntes Verhältnis zu den gringos, wie sie die Nachbarn aus dem Norden titulieren. Meist ist es besser, in Spanisch zu radebrechen, als eine Bitte in flüssigem Englisch vorzutragen.

Die schönsten Studien der mexikanischen Volksseele schrieb Octavio Paz, der mexikanische Literaturnobelpreisträger. In seiner Essaysammlung "Das Labyrinth der Einsamkeit" stellt er die Unterschiede zwischen Mexikanern und US-Bürgern dar.