Kapverdische Inseln

Entdecken Sie die Kapverden!

 

Kap Verde ist bunt: türkisblauer Ozean, sattgrüne Tropentäler, weiße und schwarze Sandstrände, und immer wieder leuchtend gelbe Bananen, orangefarbene Papayas, grüne Kohlköpfe oder rote Pfefferschoten. Und erst die Menschen! Hautfarben gibt es in allen Schattierungen, von ganz hellem über Kaffee- bis zu Dunkelbraun, und dazu leuchten Augen in Grün, Blau oder Braun - eine aufregende Mischung! Die Kapverdier lieben leuchtend bunte Kleidung, am besten mit viel Glitter, und auch über junge Männer mit Glitzerschmuck an Hals und Ohren sollten Sie sich nicht wundern. Doch nicht nur der beliebte Modeschmuck, sondern auch das Leben auf den Kapverden hat außerordentlich viele verschiedene Facetten.

Am weißen Sandstrand liegen bunte Fischerboote, der tiefblaue Ozean schimmert so weit das Auge reicht, eine frische Brise mildert die stechende Sonne. Der Dorfplatz und die engen Kopfsteinpflastergassen wirken verlassen, nur ein paar Kinder vergnügen sich mit selbst gemachtem Spielzeug. Auf dem Gemüsemarkt, dem Zentrum jeden Orts, herrscht allerdings lebhaftes Durcheinander. Lautes Rufen und Lachen, freundliche Gesichter, Berge leuchtender Früchte. Am Straßenrand hocken Frauen vor Schüsseln voll silbrig glänzender Fische, eine Gruppe von Männern sitzt im Schatten eines Baums und spielt Karten. Gemächlich geht es zu - und ganz entspannt; man hat Zeit, man hat Ruhe, und Geduld hat man auch. Die ruhige Gelassenheit der Menschen auf Kap Verde ist bemerkenswert. Und das, obwohl das Leben hier so hart ist, dass zwei Drittel der Bevölkerung im Ausland leben.

Cabo Verde - das grüne Kap - trägt einen irreführenden Namen. Denn die Inselgruppe im Atlantischen Ozean, 460 km vor der Westküste Afrikas, ist alles andere als grün. Der 4033 km2 große Archipel aus 15 Inseln liegt in den Ausläufern der Sahelzone und leidet unter extremer Hitze und Trockenheit.

Nur auf fünf der neun bewohnten Inseln gibt es, falls der jährliche Regen nicht ausbleibt, genügend Wasser für die Landwirtschaft. 90 Prozent der Nahrungsmittel müssen importiert werden, Tendenz steigend. Die vier anderen Inseln sind knochentrocken; braune Wüsten, deren vereinzelte Berge die Wolken, die der stete Nordostwind heranträgt, nicht aufhalten können. Man unterscheidet zwischen den Inseln über dem Wind (Barlavento) und denen unter dem Wind (Sotavento) oder nach der geografischen Lage: drei flache, wüstenhafte Ostinseln sowie je drei von verschieden hohen Gebirgen geprägte Nord- und Südinseln. Jede Inselgruppe und jede Insel ist anders. Die Ostinseln Sal, Boavista und Maio haben herrliche weiße Sandstrände und sind ein Paradies für Wassersportler. Im Norden liegen Santo Antão und São Nicolau mit grandiosen Gebirgspanoramen und Tropentälern sowie São Vicente mit der Hafenmetropole Mindelo. Im Süden finden Sie die Hauptstadtinsel Santiago, die fast 3000 m hohe Vulkaninsel Fogo und das abgeschiedene, beschauliche Brava.

Die bis 1461 unbewohnten Inseln wurden von Seefahrern, die im Auftrag des portugiesischen Königs unterwegs waren, entdeckt. Als Überseekolonie Portugals wurden die Kapverden innerhalb weniger Jahrzehnte zum Drehkreuz des Sklavenhandels zwischen Afrika, Europa und Amerika. Auf Santiago trafen weiße Auswanderer aus Europa auf einen wachsenden Strom schwarzer Sklaven aus Afrika. Die gemeinsamen Kinder waren die erste Generation eines neuen Volks: der Kreolen. Gene, Traditionen, Bräuche und Sitten zweier Kontinente brachten eine Bevölkerung hervor, die ebenso viele verschiedene Hauttöne aufweist wie Eigenarten in Kultur und Lebensart. Die kreolische Kultur ist bunt und lebensfroh, in ihrer gefühlvollen Musik, ihren Tänzen, ihren täglichen Gepflogenheiten. Von Kap Verde aus nahm das kreolische Volk seinen Weg nach Südamerika und in die Karibik. Übersprudelnde Lebenslust bei Karnevalsumzügen mit schönen Tänzerinnen in prunkvollen Federkostümen gibt es nicht nur dort - fahren Sie nach Mindelo oder São Nicolau! Keineswegs als Gegensatz dazu haben besonders viele christliche Traditionen ihren Platz. Prächtige Messen und Prozessionen sind ganz nach dem Geschmack der Kapverdier, und man feiert die Vielzahl von religiösen Festen mit fröhlicher Inbrunst und Lebensfreude.

Fast die Hälfte der rund 470000 Inselbewohner lebt auf Santiago, davon etwa 130000 in der Hauptstadt Praia. Etwa 800000 Kapverdier haben iihren Wohnsitz im Ausland, vor allem in den USA, Portugal, Frankreich und Westafrika. Immer wieder auftretende Dürre- und Hungerkatastrophen kosteten bis in die 1940er-Jahre viele Menschen das Leben, noch mehr mussten auswandern oder sich als Sklaven verkaufen, um nicht zu verhungern. Die Generation der heute 55- bis 70-Jährigen fehlt deshalb fast völlig. Derzeit liegt das Durchschnittsalter bei 20 Jahren.

Noch bis vor wenigen Jahren gehörten die Kapverden zu den ärmsten Ländern der Erde. Nach 500 Jahren kolonialer Ausbeutung durch Portugal erlangte das Land 1975 die politische Unabhängigkeit. Deren Wegbereiter war der kapverdische Freiheitskämpfer Amílcar Cabral, der 1956 an der Gründung der Unabhängigkeitspartei PAIGC beteiligt war. Er wurde 1973 ermordet und ist noch heute eine wichtige Symbolfigur im politischen und gesellschaftspolitischen Alltag auf Kap Verde. Erst nach dem Ende der Kolonialzeit konnte sich das Land, das unter der faschistischen Diktatur Salazars (1928-74) extrem vernachlässigt worden war, langsam von der systematischen Ausbeutung erholen. Seit 1991 gibt es ein demokratisches Mehrparteiensystem, und Kap Verde ist eine pluralistisch-parlamentarische Republik.

In den letzten 30 Jahren gelang eine politische und wirtschaftliche Wende, die es dem Land erlaubte, Hunger und Armut zu trotzen. Von großer Bedeutung ist dabei der Tourismus. Die Inseln Sal und Boavista werden derzeit mit der nötigen Infrastruktur versehen, um weitaus mehr Urlauber auf die Kapverdischen Inseln zu locken als bisher. Für Individualtouristen werden die Gebirgsinseln des Archipels immer attraktiver, denn auch hier stellt man sich mehr und mehr auf Urlauber ein.

Neben den charakteristischen Merkmalen der einzelnen Inselgruppen ist die vielerorts noch vorhandene Kolonialarchitektur aus dem 17.-19. Jh. für Besucher interessant. Die Gebäude leuchten in vielerlei hellen Pastelltönen und kolorieren die Geschichte der Inseln ebenso farbenfroh wie die kapverdische Kultur und Traditionen. Die Pflege ihrer Traditionen und vor allem ihre Musik sind für die Kapverdier lebenswichtig. Damit ist es ihnen möglich, in der unwirtlichen Umgebung nicht nur zu überleben, sondern ein Leben in bewundernswerter Würde und Freude zu führen. Bringen Sie Zeit und Neugier mit, um sich auf diese Menschen und ihre bunte Welt einzulassen.

 

Insel Sal

Die Isla do Sal (Salzinsel) ist eine der kleinsten Inseln der Kapverden und erinnert mit ihrer kargen Landschaft daran, dass sie sich auf demselben Breitengrad wie die Sahara befindet. Die wenig üppige Landschaft lässt den Besucher aufs Meer blicken: Die paradiesischen Strände rund um die Insel mit zahlreichen Wassersportmöglichkeiten und der von den Fischern des Orts täglich frisch gefangene Fisch sind Belege für die enge Beziehung der Insel zum Meer. Hier ist kein Platz für große Siedlungen. Auf der Insel gibt es nur ein paar ruhige Ortschaften und wenige Hotels. Dies macht sie zum idealen Ziel für Urlauber auf der Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit.

Insel Boa Vista

Die kleine Insel Boa Vista erhebt sich sanft aus den Gewässern des Atlantiks. Ihr Aussehen ist karg, aber derjenige, der sie besucht, verliebt sich in sie. Hierher zu kommen bedeutet, eine Welt weit abseits des Massentourismus zu betreten. Hier können Sie sich an paradiesischen Stränden erfreuen, die zwischen große Dünen eingebettet sind und kristallklares Wasser haben. Unternehmen Sie einen kleinen Spaziergang ins Inselinnere und entdecken Sie dort eine kleine Oase mit Palmen.